Digitalisierung im Mittelstand

In unserer Serie beleuchten wir, warum die Digitalisierung heute zum Wettbewerbsvorteil geworden ist – nicht nur für große Unternehmen. Wir geben dem Mittelstand Tipps und Orientierung für den Einstieg und zeigen Erfolgsstrategien.

Der Mittelstand in Deutschland hat weltweit einen hervorragenden Ruf. Viele Mittelständler genießen als „hidden Champions“ dank ihres Expertenwissens Weltmarktführer-Status – auch kleine Unternehmen und Familienbetriebe. Wenn es um Digitalisierung ging, agierte der Mittelstand traditionell zurückhaltend oder mindestens wohlüberlegt. Einige Branchen sind aufgrund eines digital-nahen Geschäftsmodells früher ins digitale Business ein- und umgestiegen, wie zum Beispiel Fintech-Unternehmen mit Onlinebanking. Diese waren Vorreiter im Wandel hin zum digitalen Unternehmen, der digitalen Transformation.

Doch inzwischen kommt Digitalisierung in den Köpfen an, wie die neue Studie von Bitkom, dem Verband von über 1.000 KmU für mehr Digitalisierung in Deutschland, zeigt: Corona hat in vielen Bereichen des Arbeitslebens die Digitalisierung beschleunigt. Dieser Trend wurde schon zuvor in vielen Studien beobachtet, neu ist dabei jedoch die Erkenntnis, dass der Digitalisierungsschub auch nach der Pandemie weiter anhalten wird.

Digitalisierung ist ein dauerhafter Prozess

„Die Pandemie hat zu einem nachhaltigen Digitalisierungsschub in der deutschen Wirtschaft geführt. Die wegen Corona aus der Not heraus eingeleiteten Digitalisierungsmaßnahmen haben sich vielerorts bewährt und werden auch in einem künftigen Normalbetrieb vorangetrieben. Diese digitale Aufbruchsstimmung müssen wir nutzen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg und fordert zudem von der Politik unterstützende Maßnahmen. „Die Politik sollte die Entwicklung unterstützen und darf keine neuen Hürden errichten,“ so Berg.

Aber nicht nur die Politik kann sich als Hürde zeigen: „Und auch die Unternehmen müssen ihre Digitalprojekte jetzt ganz konsequent umsetzen. Digitalisierung ist kein Problem, das es zu lösen gilt. Digitalisierung ist ein dauerhafter Prozess und vor allem ist sie der Schlüssel, um die großen Herausforderungen unserer Zeit zu meistern – vom Klimaschutz bis zur Sicherung wettbewerbsfähiger Arbeitsplätze und unseres Wohlstands“, erläutert der Bitkom-Präsident.

Digitalisierung kommt in allen Unternehmen an

Der coronabedingte Digitalisierungsschub sorgt zudem für eine stärkere Beschäftigung mit entscheidenden digitalen Technologien in der deutschen Wirtschaft. Drei Viertel nutzen zum Beispiel schon Big Data oder zwei Drittel schon das Internet of Things, das für die vernetzte Produktion wichtig ist. Den deutlichsten Anstieg verzeichnete Künstliche Intelligenz (KI), die jedes dritte Unternehmen schon einsetzt.

Gleichzeitig verschärft die Digitalisierung auch den Wettbewerbsdruck. Jedes zweite Unternehmen stellt fest, dass Wettbewerber aus der eigenen Branche, die frühzeitig auf die Digitalisierung gesetzt haben, ihm nun voraus sind. 2017 haben dies nur 36 Prozent angegeben. Und aktuell sagt mehr als die Hälfte (54 Prozent), dass durch die Digitalisierung Wettbewerber aus anderen Branchen in den eigenen Markt drängen. Es gilt also sich für die nächsten Jahre früh und gut digital aufzustellen, um die Zukunft am Markt zu sichern.

Wann? Jetzt ist der richtige Zeitpunkt!

Das „Wann“ der Digitalisierung lässt sich immerhin schnell, einfach und eindeutig beantworten: Abwarten ist nicht die beste Option, will man nicht im Wettbewerb abgehängt werden. In der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass digital gut aufgestellte Betriebe meist schneller auf unerwartete Veränderungen reagieren können. Für digitale Betriebe stellt es kein Problem dar, Kundentermine kurzfristig per Videokonferenzen statt persönlich wahrzunehmen. Mitarbeiter können problemlos im Homeoffice weiterarbeiten, vernetzte Unternehmensstandorte besser miteinander kommunizieren.

Die Frage auf das „Wann“ lässt sich also damit beantworten, möglichst jetzt damit anzufangen – oder die Digitalisierung auszubauen. Die Digitalisierung ist ein fortlaufender Prozess und wird nicht von heute auf morgen passieren, noch je fertig sein. Es ist aber wichtig, heute damit anzufangen.

Vorteile der Digitalisierung

Die Digitalisierung sollte jedoch nie umgesetzt werden, um einem Trend nachzulaufen. Die Digitalisierung bringt viele konkrete Vorteile für das eigene Unternehmen und für den Wettbewerb, für die es sich lohnt, das Projekt digitale Transformation anzugehen. Oder es auszuweiten, hier einige Beispiele:

  • Effizientere Prozesse und dadurch mehr Produktivität, weniger Fehler und am Ende niedrigere Kosten
  • Bessere Kommunikation intern, dadurch motiviertere und produktivere Mitarbeiter
  • Durch mehr Dialog, mehr Nähe zum Kunden und zufriedenere Kunden
  • Mehr Einblicke ins Kundenverhalten
  • Klarere Strategie im Unternehmen durch fundierte Unternehmensentscheidungen

Fazit: Digitalisierung bedeutet Zukunftssicherung

Die Zeiten als Digitalisierung nur Vorteile für bestimmte Unternehmen und Branchen zu bieten hatte, sind längst vorbei. Sich um Digitalisierung kümmern, heißt Zukunft sichern – mit Vorteilen, die klar auf der Hand liegen. Weniger klar ist oft, wie die digitale Transformation abläuft. Wie Sie zu einer Digitalstrategie kommen und diese umsetzen, zeigen wir im nächsten Teil unserer Reihe.